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So performten Österreichs Politiker 2019

Das politische Jahr 2019 war so turbulent wie kaum eines zuvor.

Wie haben sich drastische Wendepunkte wie Ibiza-Skandal und Auflösung der Bundesregierung auf die Performance der politischen HauptakteurInnen medial niedergeschlagen? Wer gewinnt oder verliert?

2019 ist das Jahr des Sebastian Kurz! Es gelingt Kurz bereits im Wahlkampf in den wichtigsten Massenmedien des Landes mit taktischem Vorgehen, bewusst gesetzten Themen und entsprechender Unterstützung des Boulevard einen Vorsprung in der öffentlichen Präsenz aufzubauen. Die Bilanz zum Jahresende zeigt, dass kein politischer Player Kurz derzeit bei der Medienperformance das Wasser reichen kann. Medial findet zum Teil eine enorme Personifizierung, Reduktion und Zuspitzung der ÖVP-Parteienberichterstattung auf Sebastian Kurz statt – ein gutes Beispiel dafür ist der ÖVP-Wahlsieg in der Steiermark. 

Größter Sympathieträger in der medialen Berichterstattung ist Bundespräsident Alexander Van der Bellen mit bester Berichtstonalität bei bemerkenswert hohem Berichtsvolumen. Er schafft es, während der Regierungskrise, sich als stabile Säule zu positionieren und seither im öffentlichen Diskurs mit Gelassenheit und Leadership zu punkten. Ähnlich gut das Abschneiden von Kanzlerin Bierlein, deren Führung der Übergangsregierung medienübergreifend als kompetent und sachlich dargestellt wurde. Auch Parteichef der Grünen, Werner Kogler, kann eine ausgesprochen gute Berichtstonalität für sich verbuchen und das weitestgehend, ohne sich durch Skandale Anderer zu profilieren. Ihm und seiner Partei kommt zwar der Hype um Greta Thunberg zugute, der große Wahlerfolg der Grünen wird in den Medien aber seiner Person zugerechnet.

Bei den Wahlen, aber auch in der Medienperformance gibt es zwei große Verlierer – die SPÖ und die FPÖ. Zur SPÖ mit Parteichefin Rendi-Wagner: Ihre Berichtstonalität pendelt sich über den Zeitraum eines Jahres zwar im neutralen Bereich ein, doch vor allem nach dem schwachen Wahlergebnis und den ständig aufpoppenden parteiinternen Querelen ist sie innerhalb der Partei, aber auch auf medialer Ebene im letzten halben Jahr mit sehr viel Gegenwind konfrontiert, der ihr Image immer stärker ramponiert.  Rendi-Wagner füllt zwar die Zeitungen, punkten kann sie damit jedoch nicht.

Die FPÖ ist gespalten – nicht erst seit Strache aus der Partei ausgeschlossen wurde. Die Nominierung einer Doppelspitze für den Wahlkampf kann die Differenzen innerhalb der Partei nicht kompensieren. Herbert Kickl wird vor allem im Boulevard häufig als Favorit der Hardliner in der Partei dargestellt, medial gewinnt in puncto Sympathie jedoch Norbert Hofer dieses Duell.

Abgestürzt ist im Jahr 2019 Heinz-Christian Strache. Unter enormer medialer Aufmerksamkeit und zum Teil durchaus mit Genugtuung inszeniert die heimische Medienlandschaft die Selbstdemontage des früheren FPÖ-Frontmannes.

Fotocredit: Fotolia
Grafik: Media Affairs

Rückfragen:
Mag.a Maria Pernegger
m.pernegger@mediaaffairs.at

23.12.2019