Schriftgröße:       Kontrast:       Darstellung:

Kritik in der Krise

Wie sich RegierungskritikerInnen in der Coronakrise positionieren

Die politische Landschaft in Österreich war zu Beginn der Coronakrise geprägt von ungewöhnlich starkem Zusammenhalt, es war die Rede vom „nationalen Schulterschluss“. Die von der Bundesregierung gesetzten Manöver zur Eindämmung der Epidemie wurden von der Opposition angenommen und mitgetragen. KritikerInnen fanden – sofern sie sich überhaupt zu Wort meldeten – in der Berichterstattung kaum Gehör. Die Maßnahmen zeigten Wirkung, und der Rückgang der Neuinfektionsrate trat zum vorhergesagten Zeitpunkt ein.

Paradoxerweise beginnt genau ab dem Punkt, an welchem die Neuinfektionen erstmals sinken, die Kritik an der Regierung stark zu steigen.

Das asymmetrische Verhalten der RegierungskritikerInnen wirft die Frage nach deren Kommunikationslogik auf. Man könnte ja meinen, die Wirksamkeit der von Beginn an mitgetragenen Maßnahmen wären ein Beweis für Effektivität und Erfolg von gemeinschaftlichem Handeln in Krisenzeiten, wie wir sie im Moment erleben. Nach Überwindung der ersten Schockstarre, in der die Staatsraison scheinbar über Parteigrenzen hinweg als verbindendes Ziel bestand, kehrt aktuell politischer Pragmatismus, in manchen Fällen Opportunismus, wieder auf die mediale Bühne zurück.

Die Coronakrise ist noch nicht vorbei, vielmehr stehen Politik und Gesellschaft noch gewaltige Herausforderungen bevor. Die jetzt wieder sichtbaren politischen Querelen jedoch erinnern langsam immer mehr an die (alte) Normalität.

 

Rückfragen:

Johanna Schwaiger
j.schwaiger@mediaaffairs.at
+43 7255 20 319

 

Quelle Neuinfektionsrate: Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz

23.04.2020