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Grüne hoch im Kurs

Performance der Regierungsmitglieder

Seit Anfang Jänner ist die neue Regierung im Amt. Erstmals mit mehr Frauen als Männern an Bord und mit der Beteiligung der Grünen als Premiere.

In dieser völlig neuen Konstellation ist spannend zu beobachten, wie sich die einzelnen Regierungsmitglieder gleich zu Beginn ihrer Amtszeit positionieren und mit Antrittsinterviews und Porträts durchaus positiv profilieren können.

Kanzler Kurz ist mit anhaltend starker Medienpräsenz nach wie vor das Zugpferd der ÖVP-Regierungsmannschaft und die personelle Breite der ÖVP in der Regierung sichert den Türkisen eine klare Mehrheit in der öffentlichen Wahrnehmung. Aus der Ministerriege können sich aber ausgerechnet zwei Grün-PolitikerInnen an die Spitze setzen.

Gesundheitsminister Anschober hat mit Corona alle Hände voll zu tun und der Hype um das Virus beschert ihm medienübergreifend eine große Bühne. Aber bereits vor Bekanntwerden der ersten Fälle in Europa positioniert sich Anschober geschickt mit einem breiten Themenprofil etwa im Kontext der Grippe-Impfung, Sozialpolitik, Pflegereform oder zu internationalen Entwicklungen. Mit seinen Äußerungen zur Seenotrettung eckt Anschober beim Koalitionspartner an.

Zweit präsenteste Playerin ist Alma Zadic, die als jüngste Justizministerin zu Beginn ihrer Amtszeit sehr viel Medienaufmerksamkeit auf sich zieht, nicht zuletzt, weil ihr von FPÖ-Seite von Beginn an große Ablehnung entgegen gebracht wird und sie mit Hass-Kommentaren und sogar Morddrohungen im Netz konfrontiert ist. Zadic punktet mit ihrer umgehend gestarteten Offensive gegen Hass im Netz, verteidigt außerdem die Korruptionsanwaltschaft und eine unabhängige Justiz und setzt sich für ein höheres Justizbudget ein.

Umweltministerin Gewessler reiht sich mit der Rücknahme von Tempo 140 und im Kontext der ökosozialen Steuerreform im medialen Mittelfeld ein. In Summe ein sehr starker Auftritt des grünen Teams.

Die ÖVP-Minister mit der stärksten Medienpräsenz sind Finanzminister Blümel (Budget, ökosoziale Steuerreform, Bekämpfung der Schwarzarbeit) und Heeresministerin Tanner, die mit der Causa Eurofighter konfrontiert ist und die zudem mit der angespannten Budgetsituation des Bundesheeres und einer Diskussion über Teiltauglichkeit öffentlich in Erscheinung tritt.

Außenminister Schallenberg will im Atomstreit im Iran vermitteln, äußert sich aber auch zur Seenotrettung und internationalen Geschehnissen. Innenminister Nehammer profiliert sich mit Vorschlägen zur angespannten Flüchtlingssituation vor den Toren Europas und zuletzt erfolgreich im Kontext der Corona-Epidemie mit Kanzler und Gesundheitsminister.

Aus dem Regierungsteam sind die ÖVP-Ministerinnen Aschbacher, Schramböck, Köstinger und Raab derzeit am wenigsten sichtbar.

Rückfragen:
Mag.a Maria Pernegger
m.pernegger@mediaaffairs.at

09.03.2020