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Sichtbar heißt wählbar!

Schieflage bei der medialen Präsenz von Politikerinnen

Frauen waren in der Politik lange Zeit stark unterrepräsentiert und es gibt immer noch Positionen und Ämter, die von Frauen noch nie bekleidet wurden oder wo der Frauenanteil nach wie vor besonders niedrig liegt. Dennoch zeigen sich in Bezug auf die Partizipation von Frauen in der Politik in den letzten Jahren durchaus positive Entwicklungen – etwa im Nationalrat oder beim Frauenanteil in einzelnen Landesregierungen.

In der vorliegenden Medienpräsenzanalyse hat sich MediaAffairs zentral mit der Sichtbarkeit der Politiker:innen in der Steiermark auseinandergesetzt. Mediale Sichtbarkeit ist gerade in der Politik keine Nebensächlichkeit, sondern von essentiellem Wert für politische Akteur:innen: Etwa für die inhaltliche Positionierung und Profilierung, für den Bekanntheitsgrad und letztlich auch für den demokratischen Diskurs, wo auch Politiker:innen in Ämter gewählt werden können.

Die vorliegende Untersuchung – die im Auftrag des Vereins FELIN durchgeführt wurde – zeigt, bei der medialen Präsenz liegen Politikerinnen immer noch weit hinter den Politikern zurück. Es ergibt sich ein massiver Sichtbarkeits-Gap! Auf Bundesebene entfallen 28 Prozent der medialen Präsenz auf Frauen. In der der aktuellen Studie für die Steiermark liegt der Wert mit 30 Prozent zwar leicht über dem Bundesschnitt – trotzdem sind Frauen gemessen an den von ihnen besetzten Positionen markant unterrepräsentiert.
 

> In der steirischen Landesregierung herrscht Geschlechterparität. Dennoch kommen die Landesrätinnen in der Regierung auf nur etwa ein Viertel der Medienpräsenz. Trotz Berücksichtigung der Tatsache, dass ein Landeshauptmann mehr mediale Aufmerksamkeit erfährt, liegen die Landesrätinnen im Vergleich zu den Landesräten in der Medienpräsenz markant zurück. Ein durchschnittlicher männlicher Landesrat (ohne Zusatzämter) erreicht im Schnitt doppelt so viel medialen Raum wie eine durchschnittliche weibliche Landesrätin.

> Der steirische Landtag ist zu knapp 38 Prozent von Frauen besetzt, außerdem wird die zentrale Position der Landtagspräsidentin von einer Frau bekleidet. Auch hier sind Politikerinnen in der medialen Sichtbarkeit mit einem Präsenzanteil von etwa 30 Prozent unterrepräsentiert.

> Auf Kommunalebene haben über 90 Prozent der steirischen Gemeinden einen Mann als Bürgermeister. Mit dem Frauenanteil von 8,7 Prozent bei Bürgermeisterinnen liegt die Steiermark unter dem Bundesschnitt von 10,6 Prozent. In der medialen Sichtbarkeit sind Bürgermeisterinnen mit über 16 Prozent Präsenzanteil leicht überrepräsentiert.

> Politikerinnen werden im Untersuchungszeitraum nicht markant anders inszeniert als Männer. Sie kommen allerdings insbesondere auf Kommunalebene medial weniger leicht mit Sachpolitik unter. Sie erreichen primär Präsenz mit Porträts und wenn eine (außergewöhnliche) Frau etwas Außergewöhnliches erreicht, während Bürgermeister auch mit Alltagsthemen eher unterkommen.

Studie zum Download:

Sichtbarkeit von Politikerinnen.pdf

Rückfragen:
Mag.Maria Pernegger
m.pernegger@mediaaffairs.at